Identität statt Funktionieren

Ein Gang durch meine alten Muster

Ein Weg durch den Wald – und zugleich durch meine eigene Innenwelt.

Auf dem New Healing Festival ging ich durch einen besonderen Parcours – einen Weg durch den Wald und zugleich durch meine eigene Innenwelt.

Die einzelnen Stationen trugen Begriffe wie Schuld, Scham, Angst, Wut, Trauer, Verlust und Aggression. Worte, die schwer wirken und an jene Seiten in uns erinnern, die wir häufig verdrängen, ablehnen oder möglichst schnell überwinden möchten.

Ich ging barfuß.

Mit jedem Schritt spürte ich die Erde, kleine Steine, Äste und Unebenheiten unter meinen Füßen. Das war nicht immer angenehm. Aber genau dadurch wurde ich immer wieder in meinen Körper und in den gegenwärtigen Moment zurückgeholt.

Während des Weges tauchten Erinnerungen an eigene Erfahrungen und alte Verhaltensmuster auf: Situationen, in denen ich mich schuldig oder beschämt gefühlt hatte. Momente von Angst und Wut. Reaktionen, die mich lange begleitet haben und zum Teil noch heute Einfluss auf mein Leben nehmen.

Ich musste nichts analysieren und auch nichts sofort lösen.

Zunächst reichte es, wahrzunehmen:

Ja, das gehört zu meiner Geschichte. Aber es muss nicht weiter meine Richtung bestimmen.

Mit jedem bewussten Schritt stellte ich mir vor, etwas von dem, was mich noch belastet oder begrenzt, der Erde zu übergeben.

Nicht, weil dadurch plötzlich alles verschwunden wäre. Sondern als klare innere Entscheidung:

Ich muss diese alten Muster nicht länger festhalten. Und ich muss ihnen nicht mehr automatisch folgen.

Dieser Parcours war für mich deshalb mehr als ein Weg durch den Wald. Er wurde zu einer stillen und zugleich kraftvollen Begegnung mit mir selbst – ehrlich, körperlich und ohne den Anspruch, bereits vollkommen frei von meiner Vergangenheit sein zu müssen.

Am Ende blieben drei klare Erkenntnisse:

Ich darf meine Vergangenheit anerkennen, ohne weiter in ihr zu leben.

Ich darf meine Muster wahrnehmen, ohne mich mit ihnen zu identifizieren.

Und ich darf heute neu entscheiden, welchen Weg ich gehe.

Genau darin liegt für mich auch der Kern von DAS SIGNAL:

Veränderung beginnt nicht damit, dass wir etwas in uns bekämpfen. Sie beginnt in dem Moment, in dem wir wahrnehmen, was uns gerade steuert.

Zwischen Wahrnehmung und automatischer Reaktion entsteht ein Raum. Und in diesem Raum können wir prüfen, was heute noch zu uns gehört – und bewusst entscheiden, welchem inneren Impuls wir folgen.

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