Präsenz bedeutet, Raum zu halten
Transformatives Atmen auf dem New Healing Festival
Auch in diesem Jahr durfte ich beim transformativen Breathwork auf dem New Healing Festival den Raum mittragen – zum dritten Mal in Folge.
Ins Leben gerufen, organisiert und geleitet wurde der Breathwork-Workshop von Thomas Nolde, mit dem ich inzwischen eng zusammenarbeite. Thomas Hamberger brachte seine Erfahrung aus systemischen Aufstellungen ein. Gemeinsam mit weiteren Unterstützern begleiteten wir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch ihre Erfahrung.
An zwei Festivaltagen unterstützte ich insgesamt fünf Workshops: Beim Breathwork war ich aktiv als Raumhalter dabei. Bei vier weiteren Workshops bestand meine Rolle nicht in der Leitung oder inhaltlichen Gestaltung, sondern darin, die jeweiligen Workshopleiter zu entlasten, für Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansprechbar zu sein und im Hintergrund Rückendeckung zu geben.
Raum zu halten bedeutet für mich nicht, den Prozess eines Menschen zu steuern, ihn zu bewerten oder ihm etwas abzunehmen. Es bedeutet, aufmerksam und ansprechbar zu bleiben und wahrzunehmen, was gerade gebraucht wird, und dort zu unterstützen, wo es wirklich sinnvoll ist.
Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich beim Breathwork auf ihren Atem und ihren persönlichen Prozess einließen, hielten wir gemeinsam den äußeren Rahmen. Bei den anderen Workshops lag mein Fokus darauf, die Workshopleiter zu unterstützen, Fragen aufzufangen und im Hintergrund für Übersicht zu sorgen.
Für mich liegt eine besondere Kraft darin, nicht im Mittelpunkt stehen zu müssen. Ich muss nicht jeden Prozess erklären oder eine Lösung vorgeben. Meine Aufgabe besteht darin, wach und präsent zu sein und gleichzeitig jedem Menschen seinen eigenen Weg zu lassen.
Diese Erfahrung hat mir erneut gezeigt:
Präsenz ist nicht passiv. Wirklich da zu sein bedeutet, aufmerksam wahrzunehmen, Verantwortung für die eigene Rolle zu übernehmen und einen Menschen oder einen Gruppenprozess zu unterstützen, ohne ihn an sich zu ziehen.
Genau darin erkenne ich auch eine Verbindung zu DAS SIGNAL:
Wenn wir nicht sofort eingreifen, bewerten oder reagieren, entsteht Raum – ein Raum, in dem Menschen sich selbst wahrnehmen, ihrem eigenen Erleben begegnen und ihren nächsten Schritt bewusster finden können.
Die Zusammenarbeit mit Thomas Nolde wird weitergehen: Am 1. November werden wir im Hamburger Goldbekhaus erneut gemeinsam einen Tagesworkshop gestalten.