Identität statt Funktionieren

Premananda – Zwischen Reiz und Reaktion entsteht Wahl

Premananda – Zwischen Reiz und Reaktion entsteht Wahl

Manchmal geschieht etwas – und wir reagieren sofort.

Ein Satz. Ein Blick. Eine Nachricht. Eine Situation, die etwas in uns auslöst.

Noch bevor wir bewusst wahrgenommen haben, was eigentlich passiert, läuft bereits eine vertraute Reaktion ab.

Genau darüber habe ich beim New Healing Festival mit Premananda gesprochen.

Premananda hat mehrere Jahre in Indien gelebt, Zeit in verschiedenen Ashrams und Klöstern verbracht und sich intensiv mit Meditation, Wahrnehmung und innerer Stille beschäftigt.

Der kleine Zwischenraum

Ein zentraler Gedanke aus unserem Gespräch war für mich:

Zwischen einer Situation und unserer Reaktion kann ein kleiner Zwischenraum entstehen.

Am Anfang ist dieser Moment vielleicht kaum wahrnehmbar. Eine Sekunde. Vielleicht nur ein kurzer Atemzug.

Doch genau dort beginnt etwas Entscheidendes: Beobachtung.

Statt sofort dem ersten Gedanken oder Impuls zu folgen, können wir wahrnehmen: Was passiert gerade in mir? Was schlägt mein Verstand automatisch vor? Will ich wirklich so reagieren? Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit?

Unser Gespräch

Im Interview beschreibt Premananda, wie Meditation und das bewusste Wahrnehmen dabei helfen können, zwischen einem äußeren Reiz und der eigenen Reaktion einen Moment Abstand entstehen zu lassen.

Er nennt diesen Moment einen „Gap“ – einen Spalt, der mit Übung größer werden kann.

Und genau darin liegt für ihn die Möglichkeit, nicht nur automatisch zu reagieren, sondern bewusst zu wählen.

Es geht um Wahrnehmung, innere Stille, Gewohnheiten, Konditionierungen und die Frage:

Reagiere ich gerade automatisch – oder entscheide ich wirklich?

Beobachtung statt Autopilot

Premananda beschreibt den „Beobachter“ als eine Perspektive, aus der Gedanken und Impulse wahrgenommen werden können, ohne ihnen sofort folgen zu müssen.

Dabei geht es nicht darum, den Verstand abzulehnen oder Gedanken loszuwerden. Der entscheidende Punkt ist, Gedanken und Reaktionsimpulse zunächst zu bemerken, bevor sie unser Handeln bestimmen.

So kann aus einer automatischen Reaktion nach und nach eine bewusstere Antwort werden.

Persönliche Perspektive

Premananda verbindet diese Praxis mit seinem spirituellen Weg und mit Erfahrungen aus Meditation, Ashrams und Klöstern. Aussagen über innere Stille, Konditionierung, Hingabe oder spirituelle Führung sind seine persönliche Erfahrung und Sichtweise.

Für diesen Beitrag steht deshalb nicht eine bestimmte Weltanschauung im Vordergrund, sondern die praktisch erfahrbare Frage: Was verändert sich, wenn wir zwischen Reiz und Reaktion überhaupt erst wahrnehmen, was in uns geschieht?

Warum diese Begegnung zu DAS SIGNAL passt

Dieses Interview berührt einen Kern von DAS SIGNAL besonders deutlich.

Viele Reaktionen entstehen, bevor wir bewusst geprüft haben, was tatsächlich passiert und was wir wirklich wollen.

Genau deshalb stehen Aufmerksamkeit und Wahrnehmung am Anfang der Entscheidungsschritte.

Nicht sofort handeln. Nicht sofort erklären. Sondern zunächst beobachten:

Was geschieht gerade wirklich in mir?

Was ist automatische Reaktion – und was möchte ich bewusst wählen?

Denn erst wenn etwas sichtbar wird, können wir es prüfen. Und erst dann entsteht die Möglichkeit, tatsächlich anders zu entscheiden.

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